Eigenverbrauch

EigenverbrauchSeit Januar 2009 haben Betreiber neuer Solarstromanlagen die Wahl: Entweder sie speisen den erzeugten Solarstrom ganz ins Netz ein und rechnen über die Einspeisevergütung mit dem Netzbetreiber ab, oder sie verrechnen den selbst verbrauchten Anteil über die so genannte Eigenverbrauchsregelung (§ 33/2 EEG). Dazu nötig sind nur ein weiterer spezieller „Zwei-Richtungen-Zähler“ und die Anmeldung der Anlage beim Netzbetreiber als „Eigenverbrauchsanlage“. Diese Regelung wurde bislang jedoch nicht wirklich stark genutzt, so dass das BMU jetzt Nachbesserungsbedarf zugeben musste. Ab dem 01.07.2010 sind durch die Änderung im Erneuerbare-Energien- Gesetz der Eigenverbrauch für Anlagen bis zu 500 kWp zugelassen.

Rahmenbedingungen für den Eigenverbrauch

Gemäß §33 des EEG muss die Anlage nach dem 1.1.2009 ans Netz gegangen sein. Für Anschlussdaten bis zum Juli 2010 existiert noch eine Leistungsobergrenze von 30 kWp, am dem 1.7.2010 liegt sie bei 500 kWp. Die Eigenverbrauchsregelung gilt für jede Kilowattstunde Solarstrom, die zeitgleich mit der Erzeugung und in unmittelbarer Nähe der Anlage verbraucht wird. Zur Messung des Eigenverbrauchs werden drei Zähler benötigt: Ein PV-Zähler für die erzeugte Solar-Energie, ein Einspeise- und ein Bezugszähler – wobei die beiden letzteren als Zweirichtungszähler zusammengefasst sein können.

Der gesondert vergütete Eigenverbrauch entspricht dabei der Differenz aus PV- und Einspeisezähler. Der Einspeisezähler misst also nur den "überschüssigen", nicht direkt verbrauchten Solarstrom, der wie gewohnt ins Netz gespeist und vergütet wird. In einer Ergänzung der technischen Anschlussbedingungen (TAB) vom Oktober 2009 wurde festgelegt, dass die Zähler nicht zwingend an einem zentralen Platz installiert werden müssen – eine Installation des PV-Zählers neben den vorhandenen Zählern ist also nicht mehr vorgeschrieben.


Weiterer Vorteil für den Betreiber: Er kann sich während der 20-jährigen EEG-Förderung jederzeit für oder gegen den Eigenverbrauch entscheiden.

Es stellt sich natürlich die Frage nach den 60 bis 80% Energie, bei denen Erzeugung und Verbrauch eben nicht deckungsgleich sind. Sie resultieren einerseits aus jahreszeitlichen Effekten, andererseits aus der tageszeitlichen Verfügbarkeit des Solarstroms. So steigt im Winter der elektrische Energiebedarf generell an, während die Erzeugungsleistung geringer wird – im Sommer sind die Verhältnisse umgekehrt. Und täglich gibt es einen Energiebedarf, der nicht ohne weiteres mit Solarstrom gedeckt werden kann – ob für das abendliche Kochen und Fernsehen oder den Frühstückstoast um 7 Uhr morgens. Dennoch ist es möglich, die gegebene Eigenverbrauchsquote zu steigern. Die einfachste Möglichkeit besteht in der Änderung des Nutzungsverhaltens: Wer mitdenkt und größere Stromverbraucher bewusst zu einstrahlungsstarken Zeiten einschaltet, kann die Eigenverbrauchsquote dadurch um bis zu zehn Prozent anheben.

Natürlich dürfen nur so viele Verbraucher gleichzeitig aktiviert werden, dass die Momentanleistung der Solar-Anlage zu ihrer Versorgung ausreicht – anderenfalls „verschenkt“ man Eigenverbrauchspotenzial. Größere Verbraucher sollten daher möglichst nacheinander in Betrieb genommen werden. Konkretes Beispiel: Die Waschmaschine nicht zeitgleich mit der Spülmaschine und dem Herd einschalten, sondern nacheinander oder zeitversetzt laufen lassen. Hier sind komfortable Monitoring-Lösungen zur Anzeige der Momentanleistung gefragt, wie sie SMA zum Beispiel mit dem Funkdisplay Sunny Beam anbietet.


Wie können Sie Ihren Strom selbst nutzen?

Um vom Eigenverbrauch zu profitieren wird aus technischer Sicht nur ein zusätzlicher Zähler installiert, der den erzeugten Strom Ihrer Photovoltaikanlage misst. Alles was Sie nicht selbst verbrauchen wird ins Netz eingespeist. Umgekehrt beziehen Sie aus dem Netz den Strom, wenn die Photovoltaikanlage nachts keinen Strom erzeugt. Sie gehen also kein Risiko ein.

Vorteile für Sie:

  • direkter Ökostrom vom Dach
  • mehr Unabhängigkeit und Schutz vor zukünftigen Strompreiserhöhungen
  • mehr Rendite
  • wirtschaftlich und zukunftssicher

Die Kombination von PV-Anlagen und Batteriespeichern sorgt nicht nur für eine ausfallsichere Energie- Versorgung. Sie bietet auch beste Voraussetzungen für den Verbrauch des Solarstroms, der mit dem novellierten EEG bewusst gefördert wird.

Ein Großteil der Betreiber von PV-Anlagen weiß nicht, dass die Anlage bei einem Stromausfall aus Sicherheitsgründen vom Netz getrennt wird. In diesem Fall speist sie weder ins Verbundnetz ein, noch kann der erzeugte Strom im eigenen Haus genutzt werden. Denn die Sicherheitsnorm VDE 126.1.1 fordert bei Ausfall des Netzes die sofortige Abschaltung des Solarstromes, damit Menschen, die am vermeintlich spannungslosen Netz arbeiten, nicht gefährdet werden. Wer will, kann sich aber schon heute mit vertretbarem Aufwand gegen Stromausfälle schützen: SMA bietet ein vorkonfiguriertes und entsprechend einfach zu installierendes Komplettsystem an, mit dem sich vorhandene oder neue PV-Anlagen um eine Backup-Funktion ergänzen lassen.


Der durchschnittliche Stromverbrauch eines Dreipersonenhaushaltes beträgt in Deutschland rund 3900 kWh pro Jahr. Am Standort Berlin lassen sich bei einer optimal nach Süden ausgerichteten Anlage rund 900 kWh/kWp pro Jahr erzeugen. Das heißt, es werden 4,3 kWp benötigt, um 3900 kWh pro Jahr zu erzeugen. Bei einem Modulwirkungsrad von 13 % reicht für diese Leistung eine Fläche von 33 m² aus.

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